Datenschützer wegen dem neuem Internetstandard IPv6 besorgt

Geschrieben am 13. Juni 2012

IT-SachverständigeDa das jetzt zur Verfügung stehende Adressspektrum bereits zur Neige geht, haben mehrere IT-Konzerne bereits begonnen den momentanen Internetstandard IPv4 zusätzlich mit dem neuen Standart IPv6 zu koppeln. Statt den vier Milliarden Zahlencodes, die die Geräte bei der Einwahl ins Netz benützen, stehen mit dem IPv6 Standart nun 340 Sextillionen Adressen zur Auswahl (340 mit 36 Nullen dahinter).

Google ist einer dieser ersten Konzerne die IPv6 dauerhaft eingeführt haben. Google-Manager Vint Cerf erklärte in seinem Google-Firmenblog, dass „Ebenso wie einem Telefonnetz die Rufnummern ausgehen, so gehen dem Internet zur Zeit die IP-Adressen aus“.

Jedes Gerät soll gemäß dem Standart von IPv6 über einen festen Zahlencode ansprechbar sein. Dies betrifft nicht alleine die Computer und Handys, sondern auch einen Fernseher und die Energie sparenden Waschmaschinen, die mit dem Versorgungsunternehmen des Nutzers kommunizieren und günstige Zeitfenster für ihren Betrieb ermitteln. Diese neuen sehr viel längeren IP-Adressen bestehen aus zwei Teilen und zwar: Einer Kennung des Providers und einer festen sogenannten MAC-Adresse des sich einwählenden Gerätes. Dies führt bei den Datenschützer dazu, dass sie die Privatsphäre des Nutzers hier gefährdet sehen. Wie der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar mahnte, „Die nach IPv6 Standart vergebenen Internetadressen haben das Potenzial, zu Autokennzeichen für einen jeden Internetnutzer zu werden und zwar unabhängig davon, wie viele Geräte der Einzelne bewußt im Internet verwendet“. Herrn Schaar fordert hier die „notwendige Sorgfalt“ an den Tag zu legen. Der Datenschutzbeauftragter von Schleswig-Holstein, Herr Thilo Weichert, warnte gleichfalls davor, dass mit dem neuen Internetstandard IPv6 die Anonymität des Nutzers im Netz fallen könnte.

Der IPv6 Standart bringt allerdings bereits mit einer Funktion Namens „Privacy Extensions“ von Anfang an auch einen Sicherheitsstandard mit: Neben der lebenslangen IP-Adresse, die für gezielte Ansprache etwa im „intelligenten“ Haus nötig sein kann, gibt es auch die Möglichkeit für die Geräte mit täglich generierten anonymen Zahlencodes, den dynamischen IP-Adressen, zu arbeiten.

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