E-Plus wurde von der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) abgemahnt.

Geschrieben am 25. August 2012

externer Datenschutzbeauftragter
E-Plus ist bislang der erste Provider, der bezüglich seiner Datenspeicherung von der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) abgemahnt wurde. In den AGBs von E-Plus ist eine Klausel, in der festgelegt ist, dass die Daten der Nutzer 80 Tage lang gespeichert werden. Nachdem die Bundesnetzagentur aber eine Liste veröffentlicht hat, die die Speicherfristen der vier größten Netzbertreiber beinhaltet, könnte es gut sein, dass auch noch weitere Abmahnungen folgen. Bei den anderen Betreibern hat man bislang nämlich noch keine verlässlichen Daten in Bezug auf den tatsächlichen Speicherzeitraum gefunden.

Vodafone ist anscheinend der Netzbetreiber mit der längsten Speicherungszeit. Die bei Vodafone eingehenden Daten werden bereits nach sieben Tagen gelöscht. Die ausgehenden Daten hingegen, werden wie es jetzt scheint ganze sieben Monate lang gespeichert. Dieser Wert überschreitet sogar noch den Zeitraum, der für die bereits wieder abgeschaffte Vorratsdatenspeicherung seinerzeit festgelegt war.

Bei O2 und der Telekom unterscheidet man zwischen Kunden die einen Flatratevertrag haben oder denen die im Minutentakt zahlen. Bei O2 werden die Daten anscheinend bei Kunden, die eine Flatrate haben nach sieben Tagen gelöscht, jedoch bei allen anderen Verträgen erst nach 182 Tagen. Die Telekom hingegen löscht die Daten bei Kunden mit einer Flatrate bereits nach 30 Tagen. Bei den Kunden, die eine Minutentaktung haben werden die Daten, wie es scheint, immer noch 180 Tage gespeichert. Diese Zeitspanne deckt sich mit dem Zeitraum der Vorgaben der ehemaligen Vorratsdatenspeicherung.

Warum die einzelnen Anbieter die Daten ihrer Kunden über solche Zeiträume speichern ist nicht ganz klar. Kaum eine dieser Zeitspannen deckt sich mit irgendwelchen Einspruchsfristen, bezüglich eventuell fehlerhafter Abrechnungsdaten.

Die Telekom und O2 haben bereits ein Statement bezüglich dieser Angelegenheit abgegeben.

Das aktuelle Statement der Telekom lautet wie folgt:
„Abrechnungsdaten speichert die Telekom maximal 80 Tage nach Rechnungsversand, sofern ein Kunde nicht die sofortige Löschung nach Rechnungsversand wünscht. Alle übrigen Verkehrsdaten speichern wir maximal sieben Tage (auch die Speicherung der Zell ID im Mobilfunk wird auf diesem Zeitpunkt reduziert).“ Bei einer längeren Speicherung steht der Schutz der persönlichen Daten im Fokus: „Daten die zur Abrechnung mit Service Providern notwendig sind, speichert die Deutsche Telekom  sechs Monate und ausschließlich in einer anonymisierten Form.“ (Quelle: Chip Online)

Das Statement von O2 ist lautet wie folgt:
Bei unseren Fristen handelt es sich um „bis zu“ Angaben. „Die von uns angegebenen Speicherfristen geben den maximalen zeitlichen Rahmen für die Speicherung vor. Dieser wird durchaus in der Praxis, je nach Notwendigkeit und Einsatzgebiet, unterschritten. Daher sind die Ihnen vorliegenden Angaben über die Speicherdauer bei O2 nicht allgemeingültig anwendbar.“ (Quelle: Chip Online)

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