Ihre Zustimmung und der Datenschutz

Geschrieben am 16. Juli 2013

Heutzutage können wir uns kaum retten vor lauter Daten, die unsere Computer produzieren. Doch kann man auch von einer Bewältigung dieser enormen Datenmengen sprechen ? Es ist kaum noch überschaubar, zumal die Menge der Daten auch stetig ansteigt. Nimmt man nur die Daten, die im Internet sind, verdoppeln sich diese jährlich.. Dabei wird vergessen, dass Daten noch lange kein Wissen ausmachen, nur dann, wenn sie öffentlich sind, kann man sie studieren, und vielleicht wirklich etwas daraus lernen. Wie wir das tun sollen wird in letzter Zeit viel diskutiert, da die Daten, von vielen Seiten für unterschiedliche Zwecke gebraucht, und nicht selten missbraucht werden.
Seit Januar 2012 liegt der Vorschlag von EU-Justizministerin Reding vor, die Daten besser zu schützen, in dem sie zum Beispiel vorschlägt, das Verbraucher der Weiterverarbeitung ihrer Daten zuerst zustimmen sollten, ehe diese zu verschiedenen Zwecken weiter verwendet werden können.
Es erinnert an einige Service-Hotlines die seit neustem, noch bevor ein Mitarbeiter in der Leitung ist, sagen, dass einige Gespräche zu Trainingszwecken mitgehört werden. Dann wird man darauf hingewiesen, dass wenn man dies nicht wünsche,man es zu Beginn des Gespräches sagen sollte.
Schaut man auf den aktuellen Fall von Yahoo, einem Internetanbieter, der sich per Geschäftsbedingungen herausnimmt, Einsicht in die privaten Emails zu bekommen, denkt man, das hier schon der Gipfel der Aufhebung von Privatsphäre erreicht ist. Aber es kommt noch besser. Yahoo klauselt sich sogar noch heraus, auch die Nachrichten im Posteingang lesen zu dürfen. Das heißt, dass es Personen betrifft, die den Geschäftsbedingungen nicht zugestimmt haben.
Dieser Punkt wurde beim Treffen der EU-Minister ebenfalls aufgegriffen und von dem parlamentarischen Berichterstatter Jan Philip Albrecht entsprechend kommentiert.
Bei dem erarbeiteten Beschluss der Minister, geht es unter anderem darum, die Daten zu differenzieren, es soll nicht alleine von Daten die Rede sein, sondern es soll unterschieden werden, zwischen personenbezogenen und allgemeinen Daten. So wird die IP Adresse nicht als diesem Bereich zugehörig betrachtet, da sie nur auf den Computer, nicht aber auf eine Person hinweist.
Es gibt auch Daten die als “teil-anonymisiert “ angesehen werden, dazu zählen diejenigen, die bei Zahlungen im Internet angegeben werden, die in den meisten Fällen nur zum
Teil sichtbar sind.
Schaut man sich diese Regelungen einmal genauer an , erscheinen sie als Netz mit vielen Löchern, und es fällt ins Auge dass man kaum von einem wirklichen Schutz der Daten sprechen kann. Sollen diese Bestimmungen also eine Hilfe für den Verbraucher sein?
Die Einsicht in die Daten diente ursprünglich der Verfolgung von Verbrechern und Terroristen, vor denen man den Bürger schützen wollte. Und nun ist es am Ende der Bürger selbst, der schutzlos dasteht?!
Damit die EU-Datenschutzverordnung noch vor der im nächsten Jahr endenden Amtszeit in Kraft tritt, müssen sich Parlament und die EU-Staaten auf eine Regelung einigen.

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